Mein Geld ist schon weg – aber ich bin noch da ….. Rentenversicherungen sind keine reinen Kapitalanlagen. Darf man eine Rentenversicherung mit anderen Sparformen, wie z.B. Aktienfonds, Sparbuch oder Festgeld vergleichen?

In der Fachpresse konnte man kürzlich folgendes lesen (cash online vom 7. Mai 2015): „Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) weist darauf hin, dass die Verzinsung von privaten Rentenversicherungen vielfach die aktuellen Darlehenszinsen übersteigt. Daher sollten Immobilienbesitzer eine Tilgungsaussetzung mittels einer Rentenversicherung in Betracht ziehen. Die laufende Verzinsung von Rentenversicherungen beträgt laut der Ratingagentur Assekurata im Jahr 2015 durchschnittlich 3,1 Prozent, hinzu kommt noch die Schlussüberschussbeteiligung. Im Vergleich dazu liegen die Darlehenszinsen bei 1,5 – 2,0% für Laufzeiten von 10 Jahren.“

Parallel dazu konnte man gerade in den letzten Wochen viele Veröffentlichungen lesen, die den Tod der klassischen Lebens- und Rentenversicherung prophezeien. Darf man eine Rentenversicherung mit
anderen Sparformen, wie z.B. Aktienfonds, Sparbuch oder Festgeld vergleichen? Eine Rentenversicherung hat immer – mindestens – zwei Bestandteile: Einen Sparvorgang und die Absicherung von biometrischen Risiken. Der Sparanteil einer Rentenversicherung verzinst sich derzeit mit durchschnittlich 3,1% zzgl. Schlussüberschuss. Das bedeutet, dass ein Vertrag, der bis zum vereinbarten Ablauf erfüllt wird, eine
Verzinsung von durchschnittlich knapp 4 % bietet. Dieses Ergebnis kann man auch mit Aktienfonds erzielen, Festgeld oder Sparbuch liegen mit ca. 0,5% p.a. deutlich darunter. Als biometrisches Risiko bezeichnet man im Versicherungswesen ein versicherbares Risiko, welches das Leben und/oder den Lebensunterhalt der versicherten Person(en) betrifft.

Die meisten langfristigen Sparvorgänge dienen dem Aufbau einer Altersversorgung. Es geht also um die Absicherung des biometrischen Risikos „Langlebigkeit“ oder anders gesagt, um das mögliche Problem:
„Mein Geld ist schon weg, aber ich bin noch da“ oder „Wenn am Ende des Geldes noch Leben übrig ist“
Diese scherzhaften Aussagen beschreiben ein durchaus ernstes und in Zukunft stark zunehmendes Problem:
Die anhaltende Niedrigzinsphase macht es immer schwieriger, neben der gesetzlichen Rente eine weitere laufende, von Kapitalmarktschwankungen unabhängige lebenslange Einnahmequelle im Alter zu haben. Und genau das ist der entscheidende Unterschied zwischen Rentenversicherungen und Kapitalanlagen:
„Rentenversicherungen geben ein lebenslanges Versorgungsversprechen.“ Ein solches Versprechen kann nicht
mit einem simplen Sparvorgang verglichen werden, da hier ein erhebliches Lebensrisiko ausgelagert wird.

Vergleicht man also die Rentenversicherung mit ihrer vergleichsweise hohen Verzinsung und ihrem lebenslangen Leistungsversprechen mit einem Sparplan in Aktien oder Geld kommt man zu dem Ergebnis, die Rentenversicherung ist besser als ihr Ruf.